[Literaturschatz] „Adressat unbekannt“ von Kressmann Taylor

IMG_5078.JPG

Es gibt Bücher, die werden gelesen und an die Seite gelegt.

Dann gibt es Bücher, die einen auch nach dem lesen noch ein paar Tage gedanklich festhalten und über deren Inhalt man gerne spricht, bis einen die nächste Lektüre beschäftigt.

Und schließlich gibt es Bücher, die einen einfach nicht mehr loslassen. Auch nicht nach 3 weiteren gelesenen Lektüren. Das sind meine persönlichen Literaturschätze!

Damit dürfte auch schon ziemlich schnell deutlich werden, dass es solche Bücher für mich nicht sehr oft gibt. Rückblickend gehörten da zum Beispiel „Knapp am Herz vorbei“ von Moehringer (ich glaube 2013 von mir gelesen) und „Drüberleben“ von Kathrin Weßling (2012 gelesen) dazu.

Nun also mal wieder geschehen mit „Adressat unbekannt“. Trotz dieser intensiven Wirkung auf mich habe ich sehr lange überlegt, ob ich etwas zu diesem Buch schreibe und wenn ja, was. Recht schnell in ich nämlich zu der Überzeugung gelangt, dass eigentlich jedes Wort über den Inhalt zu viel wäre, es die Gefahr in sich trägt, jedem neuen Leser die Wirkung, die Kraft, die Botschaft dieses Buches zu nehmen. Es ist ein Buch, das ganz aus sich heraus wirkt, ohne große und komplizierte Sprache, ohne Effekthascherei oder emotionsgeladenen Dialogen.

Nein, hier wirkt ganz allein die Kraft der puren Sprache, die Veränderung von teils nur einzelnen Worten in dem Fortlauf eines Dialoges. Und ganz besonders der subtile Spiegel, der einem vorgehalten wird. Dieses Buch wirkt nach, sehr lange, durch die unbeschreibliche Kraft von Worten an sich!

Es ist schon sehr viel von anderen über dieses Buch geschrieben worden. Im Anhang des Buches findet sich nun auch ein Text von Elke Heidenreich, der ebenfalls wunderbar und treffend die Wirkung formuliert. Und was ich Frau Heidenreich gleichtun muss ist aufzurufen

Lest dieses Buch! Es müsste Pflichtlektüre für jeden Menschen sein!

Falls ihr dieses Buch schon gelesen habt oder es nun lesen werdet, dann teilt mir sehr gerne Eure Gedanken dazu mit…aber tut das bitte ohne zu viel vom Inhalt zu verraten!

Danke fürs reinschauen und es grüßt Euch

ein sehr beeindruckter Chris

Das Buch bei Hoffmann und Campe

Das sagt der Verlag über „Adressat unbekannt“

Das „Meisterwerk einer aufs Äußerste verknappten Erzählkunst“ (FAZ) erscheint als Neuausgabe zum 75. Jubiläum seiner Erstveröffentlichung. Adressat unbekannt, der große literarische Erfolg von Kathrine Kressmann Taylor, die als Schriftstellerin nur mit ihren beiden Nachnamen an die Öffentlichkeit trat, ist ein Roman von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtübernahme, schildert er die tragische Entwicklung einer Freundschaft und die Geschichte einer bitterbösen Rache. „Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen“, schreibt Elke Heidenreich in ihrem Nachwort. „Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit unübertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender Kürze, kein Wort zu viel, keines fehlt … Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben. Adressat unbekannt sollte Schullektüre werden.“

Advertisements

10 Gedanken zu “[Literaturschatz] „Adressat unbekannt“ von Kressmann Taylor

  1. Pingback: Bücher – stumpfe Waffen gegen Vorurteile, z. B. gegenüber Juden. | brasch & buch

  2. Hallo Chris,

    ich stimme dir da voll und ganz zu. Dieses Buch sollte absolute Pflichtlektüre werden. Es hat mich sehr lange nach dem lesen noch beschäftigt und es geht mir immer mal wieder durch den Kopf.

    Liebe Grüße
    Corinna

  3. Schöne Besprechung, auch wenn du nicht viel verrätst….Jetzt fällt es mir noch schwerer, dieses Juwel noch ein wenig im Regal links liegen zu lassen….weil noch andere Rezi-Exemplare vorher dran sind 😉

    • Lieben Dank! 🙂 ja, es ist nicht immer einfach die Balance zu halten zwischen Rezi-Exemplaren und eigenen Büchern, aber lch hoffe sehr, dass Du diesem Schatz bald eine Chance gibst 😉

  4. Pingback: Gegen das Vergessen: Adressat unbekannt | Bücherstadt Kurier

  5. Pingback: Kathrine Kressmann Taylor: Address unknown (1938) | buchpost

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s