Auf der Planke – „Oh Schimmi“ von Teresa Präauer {Blitzlichtrezi}

Doch ich, ich werde nicht mitheulen, denn ich habe in der Küche die Tassen voller Liebe getrunken, den Esslöffel voll Geduld und den Teelöffel voller Großzügigkeit gegessen, mit einem Gläschen voll Nettigkeit gut nachgespült. Ich habe ein Viertel Lachen genommen, einen Krug voll Sorge. Und dann habe ich Willen mit Fröhlichkeit gemixt, und daher schmerzt mich nicht, was ich jetzt außerdem beobachte von meinen Tower aus.


Draußen liegt Schnee und ich kehre grad aus dem Dschungel zurück. Da hat mich dieses Buch nämlich hingeführt. Ein Dschungel aus einem Gefühlsmix, dem das obige Zitat entsprungen sein könnte.

Heute früh beendet und auch nach einiger Bedenkzeit gelingt es mir nicht, dieses Buch irgendwie einzuordnen. Es ist so erfrischend anders, spielt mit Worten und lässt verrückte Bilder in meinem Kopf entstehen. Da lässt es mich grad noch fast albern lachen, um mich dann wieder das Leid des Protagonisten spüren zu lassen.

Persönliches Fazit:

Teresa Präauer ist es wieder gelungen, mich nach ihrem Werk „Johnny & Jean“ erneut auf ganz ungewöhnliche Art zu begeistern. Seit „der unsichtbare Apfel“ hat mich kein Buch mehr so verwirren und gleichzeitig faszinieren können.

Trotzdem möchte ich es nicht vorbehaltlos empfehlen, da es wirklich sehr außergewöhnlich ist und man muss sich darauf einlassen können und wollen.

Das sagt der Verlag:

Ein Liebesreigen, eine Taugenichts-Geschichte, gemacht aus den Elementen, Bildern und Codes des 21. Jahrhunderts.

Wie kann einer sich bloß derart zum Affen machen und so blöd anstellen beim Zappen durchs Fernsehprogramm und auf seinen Wegen durch die Bars und Nagelstudios der Großstadt? Ständig auf der Suche nach der nächsten Liebe, meistens im falschen Moment unterbrochen vom Handyläuten der eigenen Mutter.
Teresa Präauer hat ein sexuell aufgeladenes, extrem komisches und brutal hartes Buch geschrieben, das unbedingt laut gelesen werden sollte mit viel buntem Kaugummi im Mund, weil hier Sprache performt und zeigt, dass Anbaggern oder Aufreißen noch immer eine sportliche Disziplin ist, die aus kopulierenden Wörtern gemacht ist.
»Oh Schimmi« von Teresa Präauer ist das Buch zum von Publikum und Jury enthusiastisch gefeierten Text beim letztjährigen Bachmannwettbewerb, und den Leserinnen und Lesern bleibt nichts anderes übrig, als bei der Lektüre mal ungeduldig, mal kopfschüttelnd, mal lachend »Oh Schimmi!« zu rufen.

Oh Schimmi, Teresa Präauer, erschienen im Wallstein Verlag
2016 / Hardcover / 204 Seiten  
ISBN 13: 978-3-8353-1873-1
Print: 19,90    [D]* / eBook:   15,99     [D]* Preis zum Zeitpunkt der Rezension

Quelle Inhalt: © Website Wallstein Verlag, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Buch Zitate: © Teresa Präauer

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s