Auf der Planke – „Oh Schimmi“ von Teresa Präauer {Blitzlichtrezi}

Doch ich, ich werde nicht mitheulen, denn ich habe in der Küche die Tassen voller Liebe getrunken, den Esslöffel voll Geduld und den Teelöffel voller Großzügigkeit gegessen, mit einem Gläschen voll Nettigkeit gut nachgespült. Ich habe ein Viertel Lachen genommen, einen Krug voll Sorge. Und dann habe ich Willen mit Fröhlichkeit gemixt, und daher schmerzt mich nicht, was ich jetzt außerdem beobachte von meinen Tower aus.


Draußen liegt Schnee und ich kehre grad aus dem Dschungel zurück. Da hat mich dieses Buch nämlich hingeführt. Ein Dschungel aus einem Gefühlsmix, dem das obige Zitat entsprungen sein könnte.

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„Unsere große Verzweiflung“ in der Blitzlichtrezi #03

Am Anfang steht die Liebe. Erinnerung, Sorgen, die Photosynthese der Blume, die wir unserem Schatz überreichen, setzen später ein.

Seite 31

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Ein kleiner Einblick in den Klappentext:

Zwei Männer und eine junge Frau – auf den ersten Blick eine klassische Dreiecksgeschichte. Nihal, traumatisiert vom Tod ihrer Eltern, zieht bei Freunden ihres Bruders ein. Die zwei »älteren Brüder« Ender und Çetin nehmen der neuen Mitbewohnerin gegenüber gern eine Art väterliche Rolle ein, bis das Unvermeidliche geschieht – beide müssen sich eingestehen, sich in Nihal verliebt zu haben.

Meine Gedanken zu dem Buch:
Selten habe ich ein Buch gelesen, das die tiefsten Gefühle so schön und passend in Worte kleidet! Es hat mich tief berührt, mich Sätze noch einmal und noch einmal lesen lassen. Bei allen leisen Tönen so wortgewaltig und trotzdem nie überladen. Wie habe ich mitgefühlt, gelacht und gelitten. Die Geschichte, die Personen und die Gefühlswirrungen sind so glaubhaft, so treffend beschrieben und viele Gedanken habe ich so oder zumindest ähnlich selber denken und fühlen dürfen, sie aber nie so ausdrücken können wie das dem Autor hier gelingt.

…Wenn man sich verliebt, durchforstet man seine Vergangenheit aufs Neue, als habe man den Schatz sein Leben lang gesucht und endlich gefunden. Schlichte Zufälle werden plötzlich Zeichen der himmlischen Macht der Liebe.

Seite 48

mein persönliches Fazit:
Für mich eine ganz besondere literarische Perle! Eine Leseempfehlung von Herzen.

Baris Bicakci „Unsere Große Verzweiflung“
Erscheint beim Binooki-Verlag
173 Seiten
14,99 EUR
Hier geht es zur Verlagsseite des Buches und zur Bestelloption.

Blitzlichtrezi #02 zu „der Krieg und das Mädchen“ von Jürgen Seidel

Hallo meine lieben Literaturverliebten,

Dieses Buch habe ich rezensiert für das Bücherkaffee , bei dem ich ja seit Januar zum Team dazugehören darf. Daher gibt es hier nur eine kurze Blitzlichtezi.

„Noch schläft der Krieg und träumt von tausendfacher Not. Doch nur die Zeit, bis er sich aus den blut’gen Federn wälzt. Schon morgen wetzt er wieder seine Klingen und erntet Sieg um Sieg, die aber keines Menschen Freude wecken. denn siegen wird auch diesmal nur der tausendfache Tod.“

Zitat S.29

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Ein kleiner Einblick in den Klappentext:
Tanz auf dem Pulverfass
August 1914. Endlich hat der große Krieg, den alle kommen spürten, wirklich begonnen. Das junge Paar Fritz und Mila wird gemeinsam mit so vielen anderen in den Taumel aus Kriegsbegeisterung und Feindseligkeit hineingerissen. Doch auch zwischen den beiden scheinen sich unkontrollierbare Gefühle zu erheben: Fritz erhofft sich vom Krieg eine Art Reinigung von verbotenen Gefühlen, die er nicht mal Mila anvertrauen kann, und meldet sich freiwillig an die Front. Und Mila bekommt plötzlich heftige Anfeindungen zu spüren, weil ihr Vater Franzose war und Frankreich jetzt als »Erbfeind« gilt. Als ein als Franzosenhasser bekannter Lehrer stirbt, kommt Mila in Untersuchungshaft. Hochverrat – schnell steht die Anklage im Raum …

Meine Gedanken zu dem Buch:
Jürgen Seidel war mir vor diesem Buch ehrlich gesagt als Autor noch völlig unbekannt. Daher bin ich ohne große Erwartungen oder Vorbehalte an dieses Buch herangegangen. Umso mehr war ich dann über seine wunderbare Art zu erzählen überrascht und es wird auf jeden Fall nich das letzte Buch sein, das ich von ihm gelesen habe.
Erzählt werden die Erlebnisse einer Gruppe Jugendlicher in der Phase unmittelbar vor dem 1.Weltkrieg. Da ist zum einen Mila, die als Mädchen in einer Zeit aufwächst, wo aufgrund von einigen starken und selbstbewussten Frauen das klassische Rollenbild der Frau anfängt Risse zu bekommen. Sie lebt allein mit ihrer Mutter in einer kleinen Mietwohnung und ihr verstorbener Vater war Franzose. Möglicherweise ist diese Abstammung auch der Hauptgrund für ihre Bestrebungen nach freiheitlichen Gedanken, denen sie einen entsprechenden Raum durch die Gründung des Künstlerkreises die „Somnambulen“ geben möchte. 
Zu diesem Künstlerkreis gehört neben einigen anderen jungen Männern auch Fritz, den mit Mila bis zu einem einschneidenden Erlebnis mehr als nur Freundschaft verbindet, ohne dass diese Beziehung bisher intimere Kontakte erlebt hätte. Diese ersehnt sich Fritz nach besagtem Erlebnis lieber mit seinem Kameraden Rasmus Bloemacher…

Die vollständige Rezension findet ihr hier

Ich hoffe, dass ich Euch neugierig auf das Buch machen konnte 😉

Liebe Grüße,
Euer Chris

Sam Byers „Idiopathie“ in der Blitzlichtrezi #01

Ähnlich wie auf der Achterbahnfahrt der Emotionen, welche die Protagonisten erleben, ging es mir auch mit dem Buch! An manchen Stellen ist der Roman zäh und ich musste mich tatsächlich zwingen, weiterzulesen. Das mag auch daran liegen, dass es so gut wie keine Handlung gibt, weil sich das Geschehen größtenteils um die verkorkste Psyche der Figuren dreht. Doch genau deswegen ist „Idiopathie“ auch wiederum lesenswert, da Byers hier mit bitterbösen Humor erzählt und es teilweise so überzogen darstellt, dass es einem Gänsehaut beschert.

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Fazit

ein Buch, welches man vermutlich mehr als einmal lesen muss, um die Botschaft des Autors in ihrer Gesamtheit zu erkennen. Mich hat es beim Lesen sehr herausgefordert und ein paar Mal kurz vor dem Abbrechen gehabt. Letztlich bin ich froh, es nicht getan zu haben.

„Idiopathie“ von Sam Byers aus dem Tropen Verlag.
378 Seiten
21,95 €

Inhaltsangabe des Verlages

Nach der Rückkehr in ihren Heimatort hat die dauerzynische Katherine die Hoffnung, glücklich zu werden, längst aufgegeben. Die Dreißigjährige ist seit einem Jahr vom chronisch sensiblen Daniel getrennt, ständig auf der Suche nach neuen Affären und schwanger vom größten Hornochsen der Stadt. Der mimosenhafte Daniel hingegen versucht sein Glück in einer neuen Beziehung, in der sich alles um Esoterik, gesunde Ernährung und öde Liebesschwüre dreht. Das findet er so langweilig, dass er schon bald wieder anfängt, sich nach der nervigen Katherine zu sehnen. Dann taucht plötzlich ihr gemeinsamer Freund Nathan wieder auf, der ein Jahr lang auf Entziehungskur abgetaucht war. Mit seinen abstrusen Ideen rüttelt Nathan das Leben der drei ziemlich durcheinander. Sie raffen sich noch einmal auf, die Fehler ihrer Jugend auszubügeln. Und das hat auch mit ein paar kranken Kühen zu tun.